Events leben von Vielfalt – heute mit Hanna Meshulam

Foto: Hanna Meshulam

Events leben von Vielfalt

In unserer Interview-Reihe befragen wir Menschen, die ungehindert an Events teilnehmen möchten.


Heute mit Hanna Meshulam, Leiterin der Unabhängigen Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen in Kleve, www.beratungsstelle.betreuwo.de, sehbehindert.

Events-barrierefrei: Wir freuen uns, dass Sie bei unserer Interviewreihe mitmachen. Sie sind sehr aktiv, erzählen Sie uns doch kurz etwas über Ihre beruflichen Tätigkeiten, Hobbies und der Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung.

Hanna Meshulam: Als behinderte Studierende hatte ich schon früh damals mit der sehr aktiven Kasseler Studierendengruppe im ABeR (Autonomes Behindertenreferat) und auf Bundesebene zu tun. Später wurde ich selbst Mitglied im ABeR Gießen und aktives Mitglied in der Fachgruppe Ausbildung des DVBS (Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.). So ergab sich durch Zufall, dass sich dadurch mein beruflicher Werdegang anschloss.

Nach einer Anstellung an der Universität Kassel, kam ich über ein kurzes Intermezzo in Bonn nach Kleve. Hier gibt es viel zu tun. Leider ist die Kommunikation mit der Stadt Kleve noch zäher, als mit den damaligen Verantwortlichen. Bezüglich Barrierefreiheit, insbesondere für meine voll blinde Frau, ist Kleve ein echtes Problem. Hier versuche ich, Menschen zu empowern und ihnen eine Perspektive zu geben, die seit vielen Jahren hier vor Ort keinen Ansprechpartner haben. Eines der emotionalsten Projekte ist es, eine junge Frau aus einer geschlossenen Einrichtung heraus zu holen und ihr nach Jahren der Vernachlässigung eine Perspektive zu geben und ihr die Möglichkeit der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu ermöglichen. Hier kommen immer wieder Menschen mit Behinderungen vorbei, bei denen ich das Gefühl habe, „das System“ hat so eine Lotterwirtschaft nicht vorgesehen oder mit Symptomatiken, die eigentlich fast unerforscht sind.

Meine Hobbys sind Radfahren mit meinem Tandem und Cello spielen. Letzteres ist in Kleve ein Problem, da es nur ein Orchester gibt.

Beschreiben Sie sich mit drei Wörtern.

Durchsetzungsstark, auffassungsschnell und langatmig.

Welche Barrieren gibt es in Ihrem Leben?

Meine Behinderungen sind auf der einen Seite ein Schatz und auf der anderen Seite eine große Hürde.

Wie sieht ein gutes Event für Sie aus?

Zu einem guten Event können alle kommen und wer da war, fand die Teilnahme möglichst gut.

Was wünschen Sie sich von Veranstaltern?

Veranstalter sollten nicht nur an die Zielgruppe junge deutsche Männer denken, sondern an die Vielfältigkeit des Lebens.

An welchen Event würden Sie gerne teilnehmen?

Eine Alpenüberquerung zu Fuß oder mit dem Tandem. Dabei möchte ich aber im Zelt schlafen …

Ganz herzlichen Dank, liebe Hanna Meshulam, für dieses Interview.

 

Das Interview führte Gudrun Jostes.

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